Was versteht man unter einem Nabelbruch? Dr. Sandra Moritz aus München informiert

Beim Nabelbruch, der von Ärzten häufig als Nabelhernie oder als Umbilikalhernie bezeichnet wird, handelt es sich um einen Bruchsack, bestehend aus Bauchfett oder Darmschlingen, der im Bereich des Nabels durch eine Lücke der Bauchwand hindurch tritt. Der Nabelbruch macht sich häufig durch eine Vorwölbung unter der Haut bemerkbar.

Wodurch entsteht ein Nabelbruch?

Der Nabel stellt naturgemäß eine Schwachstelle der Bauchdecke dar, da hier im Mutterleib die daumendicke Nabelschnur ansetzt, um das ungeborene Kind mit allen lebensnotwendig wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Der Nabel selbst ist im Gegensatz zur übrigen Bauchdecke nicht von Muskulatur bedeckt, sodass es in diesem Bereich der Bauchwand besonders leicht zur Ausbildung eines Nabelbruchs kommen kann.

Häufig kann man beim Neugeborenen einen kleinen Nabelbruch feststellen, da die Bauchwand direkt nach der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet ist. In aller Regel verschwindet dieser Nabelbruch im Laufe der weiteren Entwicklung, ohne dass eine Behandlung notwendig wird.

Ein Nabelbruch, der im Erwachsenenalter auftritt, bedarf sehr häufig einer operativen Versorgung, da er sich normalerweise nicht wieder spontan zurückbildet. Begünstigt wird die Entstehung eines Nabelbruchs durch eine wiederholte und chronische Drucksteigerung im Bauchraum, wie zum Beispiel durch schweres Heben oder chronischen Husten, sowie bei Übergewicht oder einer Bindegewebsschwäche. Eine Ausnahme bilden schwangere Frauen, bei denen sich der Nabel durch die enorme Drucksteigerung im Bauchraum vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel nach außen wölbt. Diese Form des Nabelbruchs bildet sich nach der Geburt fast immer ohne weitere Maßnahmen zurück.

Welche Symptome bereitet ein Nabelbruch?

Die meisten Nabelbrüche bereiten keine Schmerzen oder Beschwerden, sodass Patienten nur eine Vorwölbung des Nabels wahrnehmen, die häufig lageabhängig ist – im Liegen rutscht der Bruchsack häufig wieder in die Bauchhöhle zurück und beim Aufsitzen oder Stehen wird der Nabelbruch erneut sichtbar.

Lediglich die sehr kleinen, schlitzförmigen Nabelbrüche können für den Betroffenen sehr unangenehm sein, da sich das schmerzempfindliche Bauchfell in diesen oftmals nur schlitzförmigen Bruchlücken einklemmen kann und somit Schmerzen bei körperlicher Aktivität verursacht.

Gefährlich wird eine Nabelhernie immer dann, wenn es zur Einklemmung des Bruches in der Bauchdecke kommt (Inkarzeration) – dies bedeutet, dass der Bruch mit dem Bruchsackinhalt nicht mehr von allein in den Bauchraum zurückrutschen kann, weil sich möglicherweise einzelne Darmschlingen darin verdreht haben. Die Folge ist eine Abschnürung der Darmschlingen, die dadurch mehr durchblutet werden und absterben können. Gleichzeitig kann der Darminhalt nicht mehr weitertransportiert werden, und es resultiert ein Darmverschluss. Dies stellt eine prinzipiell lebensbedrohliche Situation dar, die eine Notoperation erfordert. Ein eingeklemmter Nabelbruch tritt bei ca. 5% aller Nabelbrüche auf.

Aufgrund dieser schwerwiegenden Komplikation wird grundsätzlich empfohlen, einen Nabelbruch im Erwachsenenalter operativ versorgen zu lassen.

Welche OP-Methoden stehen in der Chirurgischen Klinik München zur Versorgung eines Nabelbruchs zur Verfügung?

Grundsätzlich gibt es verschiedene OP-Verfahren, um einen Nabelbruch zu versorgen. In unserer chirurgischen Praxis in München richtet sich die Auswahl der geeigneten Technik nach der Größe des Nabelbruchs, der Aktivität des Patienten und dessen allgemeinem Gesundheitszustand.

Prinzipiell kann ein Nabelbruch, genau wie beim Leistenbruch endoskopisch, also über Schlüssellochtechnik oder offen über einen kleinen, bogenförmigen Hautschnitt in der Nabelfalte versorgt werden.

Bei der endoskopischen OP-Technik (Leistenbruch) werden verschiedene Instrumente, sowie eine Minikamera über mehrere, ca. 1 cm lange Hautschnitte in den Bauchraum eingeführt. Anschließend wird die Bruchlücke von Innen mit einem Kunststoffnetz verschlossen.

Ein wesentlicher Nachteil dieses OP-Verfahrens besteht darin, dass man zur Reparatur des Nabelbruchs den Bauchraum wie bei einer Bauchspiegelung durchdringen muss und damit immer ein gewisses Restrisiko besteht, innere Organe, wie zum Beispiel Darmschlingen oder Blutgefäße zu verletzen. Aus diesem Grund wird diese Operationstechnik in aller Regel nur stationär durchgeführt, um Patienten nach der Operation für ein paar Tage überwachen zu können.

Ein weiterer Grund, weshalb wir beim Nabelbruch die endoskopische Technik in unserer Klinik in München nicht empfehlen, ist der, dass die einzelnen Schnitte für die minimalinvasiven Instrumente oftmals länger sind, als die eigentliche OP-Narbe bei der offenen Operation. Beim Nabelbruch empfehle ich deshalb, nach eingehender Diagnose, das offene Operationsverfahren, das im Rahmen eines ambulanten Eingriffs in unserer chirurgischen Praxisklinik in München erfolgen kann.

Hierbei ist in aller Regel ein 2 cm langer, bogenförmiger Hautschnitt am Rand des Nabels ausreichend, um die Bruchlücke fest verschliessen zu können. Während der Operation wird man feststellen, wie groß die eigentliche Bruchlücke ist. Sofern es sich um eine kleine Bruchlücke (kleiner als 2 cm) handelt, kann der Nabelbruch mit körpereigenem Gewebe vernäht und verschlossen werden.

Sobald die Bruchlücke größer ist als 2 cm, wird nach den aktuellen Leitlinien die Einlage eines Kunststoffnetzes empfohlen, um die Nabelregion zusätzlich zu stabilisieren und somit der Entstehung eines erneuten Bruches vorzubeugen. Hierbei verwenden wir hochwertigste Kunststoffnetze der Firma BARD (Ventralex™ Hernia Patch), die eine hervorragende Gewebeverträglichkeit aufweisen und sich zu einem Großteil im Körper wieder auflösen.

Was erwartet mich nach einer Nabelbruchoperation?

Der Wundschmerz ist aufgrund der kleinen Wunde meistens gering und gut beherrschbar. Sofern Ihnen bei einer Nabelbruchoperation ein Netz implantiert wurde, können Sie Ihre Bauchdecke nach der Operation sofort wieder voll belasten. Sollte für die Versorgung Ihres Nabelbruches kein Netz erforderlich gewesen sein, muss auf das Heben schwerer Gegenstände, sowie auf spezielle Bauchmuskelübungen für die Dauer von 4 Wochen verzichtet werden.

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